Grand Théâtre - Studio

Antigone. Stimmen

Nach Sophokles und Nelly Sachs
Von Martina Roth

Diese Spielzeit präsentiert das Grand Théâtre mit Antigone.Stimmen nach Sophokles sowie Ismène, gleich zwei Umsetzungen des mythologischen Stoffes der beiden ungleichen Töchter König Ödipus.

DE
Mitlieben, nicht mithassen ist mein Teil. Ich bin nicht geboren, um Hass zu teilen, sondern Liebe.
Antigone ist eine Figur, die durch ihre eigene Einwilligung von Liebe inspiriert ist. Sie ist geboren, um sich in Beziehung zu setzen, um auf etwas zuzugehen, nicht um gegen etwas anzugehen. In ihrer Sprache findet sich kein Widerhall des Krieges, wie etwa bei Kreon. Es ist das Prinzip Liebe, das sie dazu bewegt, einen politischen Raum zu durchschreiten, und einen Gestus auszuführen, der nicht aus polemischer oder aggressiver Absicht geboren ist, sondern aus Treue zu einer Inspiration. Antigone erfährt die Mahnung durch "glänzende" Gesetze. Die Götter selbst beachten "glänzende" Gesetze, die schon immer existieren, und die ihren Glanz von einer nicht bezeichneten Quelle empfangen.
Karin Rehnqvist ist eine der bekanntesten Komponistinnen Skandinaviens. Ihre Kompositionen zeichnen sich durch eine eigene Tonsprache aus, die ihren Vorrat sowohl in der traditionellen schwedischen Volksmusik als auch in den Wurzeln der europäischen Kunstmusik findet.
Neben der Chormusik, durch die Karin Rehnqvist zur Musik fand, und die ganz offensichtlich eine Gattung ist, für die sie besonders viel und gerne komponiert, sind Kammermusik und in letzter Zeit vermehrt sinfonische Konzerte die von Rehnqvist bevorzugten Gattungen. Inspirationsquellen für viele ihrer Werke sind neben literarischen Werken (inkl. Bibel), eigenen Erfahrungen (z.B. Expedition in die Antarktis), Kuriositäten (rückwärts abgespielte Polka) auch Texte von und über Frauen. Die Komplexität ihrer Werke und ungewöhnliche Kompositionsideen führten Karin Rehnqvist schon früh zu internationalem Erfolg. Ihre Werke werden weltweit aufgeführt.
Seit 2004 experimentieren Martina Roth und Johannes Conen an einer Theaterform, die virtuelle und reale Spielebenen und die damit verbundenen Räume zusammenbringt, die sie "BewegtBildTheater" nennen. Die erste BewegtBildTheater-Produktion Fermé wurde im Auftrag von "Luxemburg und Großregion, Kulturhauptstadt 2007" entwickelt, realisiert und am 5. Januar 2007 in der Rue Laurent Menager uraufgeführt. Darauf folgte Neun und Eins mit Uraufführung im Grand Théâtre am 2. Februar 2007 (Koproduktion: BewegtBild, Grand Théâtre, Théâtre d`Esch, CAPe Ettelbruck und Institut Pierre Werner).

Dienstag 12. Mai 2009 um 20 Uhr
Dauer 1 Stunde 15 Minuten
Erwachsene 20 €, Studenten 8 €

Regie, Szenographie und BewegtBild Johannes Conen Kostüme Ute Kuntzsch Musik Karin Rehnqvist Choreographie Philippe Talard Antigone / Die Andere Martina Roth Cello André Mergenthaler Koproduktion BewegtBild, Stadttheater Fürth, Grand Théâtre de Luxembourg