Grand Théâtre - Grande Salle

Maria Stuart

Thalia Theater Hamburg zu Gast im Grand Théâtre
Friedrich Schiller

Dienstag 24. März 2009 um 20 Uhr
Dauer 2 Stunden ohne Pause
Erwachsene 25 €, 20 €, 15 €, Studenten 8 €

Einführung zum Stück
mit dem Dramaturgen Claus Caesar um 19.20 Uhr

Stephan Kimmig konnte in den vergangenen Jahren das Luxemburger Publikum mit seinen originellen sowie differenzierten Übertragungen literarischer Klassiker in die Moderne begeistern: 2005 mit Nora und 2006 mit Hedda Gabler, beide Werke aus der Feder von Henrik Ibsen und 2007 mit Thomas Manns Buddenbrooks. Diese Spielzeit kehrt er zurück mit Schillers Königinnendrama Maria Stuart.

» Was man scheint, hat jedermann zum Richter; was man ist, hat keinen. Schiller, Maria Stuart

DE
Fasziniert vom Schicksal der laut Zeitzeugen schönen und leidenschaftlichen Maria Stuart, plante Schiller sogleich nach der Beendigung von Kabale und Liebe ein Drama über die schottische Königin. Für ihn bestand die Herausforderung bei der Bearbeitung des Stoffes darin, "[...] dass man die Katastrophe gleich in den ersten Szenen sieht, und, indem die Handlung des Stückes sich davon wegzubewegen scheint, ihr immer näher und näher geführt wird".
Schillers Trauerspiel beginnt drei Tage vor Maria Stuarts Hinrichtung. Es erzählt von der Eingekerkerten und ihrem Versuch, das bereits verkündete Todesurteil abzuwenden. Währenddessen ringen verschiedene politische Lager entweder um die Befreiung oder die baldige Hinrichtung der Gefangenen. Elisabeth I., von diesen Kräften umgeben, schwankt. Ein Befreiungsversuch und ein Mordkomplott schlagen fehl. Letztlich unterschreibt Elisabeth die Hinrichtungsurkunde und Maria Stuarts Kopf fällt.
Schillers Maria Stuart stellt die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Moral, beschreibt den Einfluss von ganz privaten Gefühlen und Interessen auf Politik. Darin drückt sich eine tiefe Skepsis Schillers gegenüber der Möglichkeit moralischen politischen Handelns aus, zu der nicht zuletzt die Pervertierung der Französischen Revolution beigetragen hat. Dies sind Zweifel, welche uns heute, in anderer Form, wie in der Abwendung von Politik, in Demokratiebeschimpfung und vor allem als Angst wieder begegnen.

» Die Angst der Macht: Stephan Kimmig gelingt am Hamburger Thalia Theater eine fulminante Inszenierung von Schillers Maria Stuart. [...] Neben Schillers skeptischer Untersuchung moralischen politischen Handelns stellt Kimmig die Paranoia der Politik, die seit dem Zusammenbruch der bipolaren Weltordnung und dem 11. September einen Religionskrieg ebenso möglich machen könnte wie die Virgin Queen im England des 16. Jahrhunderts [...]. Zum Szenenwechsel hat Michael Verhovec Musik gemacht, die sich subtil und bedrohlich einschleicht, zuerst kaum hörbares Ticken und Klicken, Schmatzen, dann dunkler Synthesizerklang. Die Zeitbombe läuft. Frankfurter Rundschau

Regie Stephan Kimmig Bühne Katja Haß Kostüme Anja Rabes Musik Michael Verhovec Video Helena Ratka Dramaturgie Juliane Koepp Ensemble Christoph Bantzer, Paula Dombrowski, Daniel Hoevels, Peter Jordan, Helmut Mooshammer, Asad Schwarz-Msesilamba, Werner Wölbern, Susanne Wolff Produktion Thalia Theater Hamburg