Théâtre des Capucins

Verrückt

Eduardo De Filippo

Montag 17. November 2008 um 20 Uhr
Dauer 1 Stunde 45 Minuten
Erwachsene 20 €, Studenten 8 €

Eduardo De Filippo wurde am 24. Mai 1900 in Neapel geboren. Sein erster Bühnenauftritt erfolgte 1904 als weinender Elefant. Er begann regelmäßig die Theatertruppe seines leiblichen Vaters Eduardo Scarpetta zu besuchen. Von 1914 bis 1921 war er Mitglied von Vincenzo Scarpettas Truppe. Im Jahr 1921 schrieb er sein erstes einaktiges Stück und 1929 erlebte er den 1. großen Erfolg als Dramatiker, sogar Pirandello war von ihm beeindruckt. Bis zu seinem Tod 1984 reihten sich Erfolge auf Erfolge und De Filippo war weltweit als der größte Komödienschreiber Italiens bekannt.

» Jeder Ort ist für mich ein Beobachtungsfeld, und einer der wichtigsten ist zweifelsohne das Gericht von Neapel gewesen... Mehrfach kehrte ich ins Gericht zurück, und mit der Zeit sammelte ich eine große Anzahl vom Entrechteten, von Unwissenden, von Opfern und Tätern, von Dieben, Prostituierten, Betrügern, von heldenhaften Kreaturen und brutalen Typen, Engeln, die man für Teufel und Teufeln, die man für Engel hielt. Bis auf den heutigen Tag leben sie in mir, mit vielen anderen Menschen, die mit der Zeit die anfängliche Menge vergrößert haben. Die staatlichen Autoritäten sehen zu wenig auf das engagierte Theater. Dabei ist doch das Theater der Spiegel des Lebens. Die Politiker müssten vom Theater ihre Ideen und ihren Regierungsstil beziehen. Und wenn sie schon gehen, um sich ein Fußballspiel anzuschauen, dann sollten sie auch ins Theater gehen. Zum Fußball gehen sie, um sich beim Volk beliebt und bekannt zu machen, aber das Theater enthält eine Information, die durchdringt, die ankommt - vielleicht erst mit der Zeit, ja, man braucht Zeit, aber es kommt an. Eduardo De Filippo

DE
Bice ist seit über einem Jahr verheiratet. Ihr Mann betrügt sie und sie weiß sich zu rächen: seit drei Monaten trifft sie Alberto de Stefano, dem sie jedoch nichts über sich und ihre Herkunft erzählt. Nicht einmal ihren Wohnort hat sie ihm verraten. Doch nun ist sie schwanger und Alberto möchte sie heiraten. Er beschafft sich ihre Adresse, um bei der Mutter vorzusprechen. Da auch Bices Gatte anwesend ist, entsteht eine brisante Situation und Alberto entscheidet sich, verrückt zu spielen.
Tags zuvor war die Premiere der Schauspielertruppe, die Alberto eingeladen hat, um ihr einige Auftrittsmöglichkeiten zu geben. Die Vorstellung war ein solcher Reinfall, dass man ein anderes Stück probieren muss: La Mala Nova. Der Regisseur der Truppe verletzt sich, trifft Bices Mann, der einmal Medizin studiert hat. Er sucht ihn in dem Moment auf, als Alberto schon "verrückt" scheint. Die Entdeckung ist kaum noch aufzuhalten.

Übersetzung Richard Hey Regie und Bühne Roberto Ciulli Kostüme Heinke Stork Dramaturgie Helmut Schäfer Regiemitarbeit Thomas Peter Goergen Entwurf der Maschine Markus Zink Maschinenbau Ali Akbarnejad, Werner Klaus Ensemble Steffen Reuber, Albert Bork, Simone Thoma, Petra von der Beek, Volker Roos, Peter Kapusta, Ferhade Feqi Produktion Theater an der Ruhr