Théâtre des Capucins - Salle de spectacle

Kollaboration

Ronald Harwood

[de] Richard Strauss, der Held dieses Stücks, geht auf die siebzig zu und fürchtet, nach dem Tode Hugo von Hoffmannsthals, der ihm u. a. die Libretti für seine Opern Elektra, Der Rosenkavalier, Frau ohne Schatten und Arabella geschrieben hatte, nie wieder eine Oper komponieren zu können, weil er keinen Librettisten von Rang findet. Die Noten schwirren in seinem Kopf herum, und er fürchtet, an Musik förmlich zu ersticken.

Als Stefan Zweig sich zur Zusammenarbeit bereit erklärt und Strauss Die schweigsame Frau vorschlägt, betrachtet der Komponist es wie ein Gottesgeschenk. Aber die Partnerschaft ist überschattet von der NS-Diktatur, die den deutschen Komponisten instrumentalisieren, den jüdischen Librettisten aber nicht dulden will. Während sich der politisch naive Strauss mit den Machthabern arrangiert, um die jüdische Schwiegertochter zu beschützen, kann Zweig die Zerstörung seiner geistigen Heimat in der europäischen Kultur nicht ertragen. Seine Welt bricht zusammen.

» Harwoods jungstes Stück Kollaboration, beginnt mit einem Lacher. Und endet unter Tränen. Frankfurter Allgemeine

» Mit Instinkt für theaterwirksame Stoffe, die Zeitgeschichte transparent werden lassen, gelingt Autor Harwood nach Der Fall Furtwängler wieder ein ebenso aufrüttelndes wie elektisierendes Schauspiel über Moral in der Kunst. In seinem neuen - dramatisch wie psychologisch - zwingend gebautem Stück glaubt der berühmte Komponist Strauss, seinen Librettisten Zweig vor Verfolgung bewahren zu können. Vergeblich: Die Nazis erpressen Strauss wegen seiner jüdischen Schwiegertochter und der halbjüdischen Enkel. Die Welt

Samstag, 23. Januar 2010 um 20:00 Uhr
Erwachsene 20 € / Studenten 8 €

Regie Wolfgang Engel
Ensemble Peter Bause, Hellena Büttner, Matthias Freihof
Produktion Konzertdirektion Landgraf



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