Grand Théâtre - Arrière-scène

Strindberg-Abend - Teil 2

Lieben Sie Strindberg... - Ein Abend über August Strindberg mit Maximilian Schell

[de] Maximilian Schell, der deutsche Oscar-Preisträger steht im Zentrum einer szenischen Collage, die sich mit dem großen schwedischen Autor August Strindberg befasst. Man sollte sich nicht entgehen lassen, den 77-jährigen Altmeister life auf der Bühne zu erleben. Unter dem Motto "Lieben Sie Strindberg..." präsentiert das ewige Multitalent ausgewählte Texte und Anekdoten von und über den Autor.

"Obwohl man mich Frauenhasser nennt, habe ich immer das Weib geliebt. - Solange es zwei Geschlechter gibt, wird es immer brennen." Zwei Strindberg-Sätze, die sich zu widersprechen scheinen. Aber auch wenn sie im Original nicht so dicht beisammenstehen, beziehen sie sich aufeinander. Dialektisch. Sie bedingen sich sogar wechselseitig. Zumindest bei Strindberg.

"All sein Denken war schließlich doch nur ein Spielen mit Gedanken, ein Experimentieren mit Standpunkten, ein Erproben von Ansichten." Treffender als Gustav Landauer kann man Strindbergs Eigenart und Wirken nicht beschreiben. Der Schwede brachte alles in Unordnung, was ihm unterkam. Politik, Wissenschaft, Malerei, Fotografie, Dichtung, Philosophie, Theater, menschliche Beziehungen, Religion, ein Störenfried der Gesellschaft, dem nichts heilig war, der alles in Frage stellte, dessen Neugier unstillbar war, der niemanden schonte, am wenigsten sich selbst.

Es ist nicht die Menge seines Schaffens, die ihn unvergleichlich macht: 36 Dramen (das schaffte Shakespeare auch), 5 Romane, 16 Bände mit Erzählungen und kritischer Prosa, 5 Autobiographien, 2 Lyrikbände, 42 Gemälde, 49 erhaltene Fotografien und immer wieder naturwissenschaftliche Versuche. Es ist die Unruhe, die er in die geistige Welt brachte. Die innovative Kraft, die er versendete. Die fiebernde Leidenschaft, mit der er attakierte und begeisterte.

Lieben Sie Strindberg... heißt dieser Abend, und darin steckt natürlich gleichzeitig die Frage: Kennen Sie Strindberg? Maximilian Schell ist ein faszinierender  Gedankenspieler, der die Neugierde des Zuschauers auf einen großen Querkopf zu wecken weiß. Eine fragmentarische Collage, eine ernsthafte Petitesse könnte man diesen Abend nennen, der mit leichter Hand Strindberg im Kopf hat und als zusätzliches Vergnügen ein ewiges Multitalent präsentiert - Schauspieler, Autor, Regisseur, Filmemacher, Oscar-Preisträger: Maximilian Schell.

Donnerstag 18. Februar 2010 um 22:00 Uhr
Freitag 19. Februar 2010 um 22:00 Uhr
Samstag 20. Februar um 22:00 Uhr
Dauer ungefähr 1 Stunde (keine Pause)
Erwachsene 20 € / Studenten 8 €

Textfassung Ingo Waszerka - Regie Frank Hoffmann - Bühne Ben Willikens - Künstlerische Mitarbeit Bernhard Eusterschulte - Kostüme Jean Flammang - Licht Zeljko Sestak - Dramaturgie Ingo Waszerka, Andreas Wagner - Regieassistenz und Inspizienz Anne Simon
Es spielen Maximilian Schell, Jacqueline Macaulay, Wolfram Koch, Ulrich Kuhlmann, Georg Luibl, Anette Daugardt, Maria Gräfe, Roger Seimetz, Marja-Leena Junker, Gerhard Naujoks, Mireille Wagener, Marc Baum, Uwe Kramer - Sängerin Stephanie Ortega
Produktion Ruhrfestspiele Recklinghausen - In Kooperation mit Théâtre National du Luxembourg, Grand Théâtre de Luxembourg



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