[DE] bewegtbildtheater ist eine von Martina Roth und Johannes Conen entwickelte innovative Theaterform, die virtuelle und reale Spielebenen nahtlos miteinander verknüpft. Eine faszinierende Verbindung von Live-Szenen mit gleichzeitig
laufenden Filmsequenzen in Interaktion. bewegtbildtheater
beschreitet, auf der Suche nach Darstellung menschlicher Bewusstseinsräume und -zustände unter Einsatz von bildender Kunst, Musik, Tanz, Darstellung, Film und Videokunst - völlig neue Wege szenischen Theaters.
Die erste Produktion Neun und Eins nach dem Roman Die Wellen von Virginia Woolf beleuchtete die Innenwelt einer Frauenfigur im Moment ihres Todes und spaltete sie in biographischen Reflexionen in neun weitere auf, die doch nur die eine sind.
In der nächsten Produktion, Antigone.Stimmen, nach Sophokles, erfolgte das Eindringen der Außenwelt in das psychische Innen; die weibliche Identität wird im Kampf mit dem patriarchalischen Gebot zerstört.
» ... Martina Roth und Johannes Conen ist geglückt, woran sich viele versuchen, sie habe das antike Drama in eine zeitgemäße Form gebracht, eine hervorragende Inszenierung, erschütternd und Verständnis erzwingend zugleich... Nürnberger Nachrichten
» ... Was den Betrachter optisch und sprachlich ohnehin schon packt, wird durch die musikalische Kontrastierung noch verstärkt. André Mergenthalers live gespieltes Cello wühlt auf, kratzt in den Wunden, verhindert Behaglichkeit. Kein Wunder dass diese Antigone unter die Haut geht. Die Zuschauer feierten zu Recht die ungewöhnliche Antigone-Bearbeitung von Martina Roth und Johannes Conen. Trierischer Volksfreund
In ihrer neuen Produktion zeigt das bewegtbildtheater wie in Zeiten der Verfolgung das tödlich triumphierende Außen jede individualpsychische Welterfahrung auszulöschen versucht. In STAUB legen sich fremde und eigene Leben wie
Folien übereinander. "Die Besucherin" kommuniziert und dialogisiert über einen "Spiegel", mit ihren Spiegelbildern. Die Menschlichkeit dieser Charaktere, ihr Atem der Erinnerung mit dem sie sprechen, üben einen unwiderstehlichen Sog auf sie aus, nehmen von ihr Besitz und lassen sie immer tiefer in deren Erinnerungswelten eintauchen. Sie übernimmt deren Schmerz, Trauer, Wut und Angst und macht sie zu ihren eigenen Gefühlen und Erfahrungen. Die Konturen des hier und jetzt verschwimmen und führen "die Besucherin", auf der Suche nach der eigenen Person und der damit verknüpften Schuld zu einer schonungslosen Selbstanalyse und leidenschaftlichen Selbstauflösung. In einer Art Endzeitballade wird dieser
Prozess in "der Regen" fortgeführt. "Die Besucherin" erinnert sich an ihren Auftrag, Dinge aufzubewahren, Dinge die Erinnerungen an gelebte Leben und ungelebte Hoffnungen in sich tragen. Nach und nach verwittern und verfallen all diese fremden Leben und Spiegelbilder, die sie in sich trägt, zu Staub.
MIT
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Samedi 12 MAi 2012 à 20h00 (tickets)
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