Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#31 ONKEL WANJA

Anton Tschechow

Szenen aus dem Landleben in vier Akten

[DE] Wanja verwaltet seit Jahren das Gut seiner verstorbenen Schwester gemeinsam mit deren Tochter Sonja. Professor Serebrjakow, Witwer dieser Schwester und Sonjas Vater, zieht sich nach der Emeritierung mit seiner zweiten Frau, der jungen, schönen Jelena, auf das Gut zurück.

Alle halten Serebrjakow für einen großen Gelehrten, doch Wanja erkennt, dass er nur ein hypochondrischer, nichtsnutziger Scharlatan ist, der nichts von der Kunst versteht, über die er hoch gestochene Abhandlungen schreibt. Als Serebrjakow das Gut verkaufen und das Geld in Aktien anlegen will, um sich ein besseres Leben in der Stadt zu finanzieren, ist Wanja so erbost, dass er auf ihn schießt. Er trifft daneben, und Serebrjakow reist mit Jelena ab. Wanja und Sonja stürzen sich wieder in die Arbeit, um weiterhin die Erträge des Gutes an Serebrjakow abzuliefern. Nichts hat sich geändert, alles bleibt beim Alten.

In Onkel Wanja stellt sich Tschechow grundlegende Fragen: Wie soll man leben? Warum leben wir nicht so, wie wir leben könnten? Wie entsteht unsere Normalität? Die Figuren flüchten vor den Möglichkeiten, die im Neuen liegen, und das Stück beobachtet sie dabei. Die Komik entsteht aus der Sehnsucht, sich aus den erstickenden Umständen des Alltäglichen erheben zu wollen, und aus dem schmerzlichen Sturz zurück in die Banalität. Alles ist hier mit allem verbunden, wie im Leben, die Tiefe mit dem Seichten, das Große mit dem Niedrigen, das Tragische mit dem Komischen. Und die Lebendigkeit liegt darin begründet, dass nichts erläutert, nichts erklärt, sondern etwas gezeigt wird.

Seit 1996 arbeiten Thorsten Lensing und Jan Hein als Team sowohl an großen Häusern (u.a. in Düsseldorf und Köln), an zahlreichen Bühnen der freien Szene (u. a. Sophiensaele Berlin, Pumpenhaus Münster, Kampnagel Hamburg) sowie im Rahmen von Festivals (z. B. "spielzeit'europa", Haus der Berliner Festspiele; Zürcher Festspiele). Ihre Methode, die Texte von allem Rezeptionsballast zu befreien, sie radikal genau zu lesen und mit hervorragenden Schauspieler/innen eine adäquate Spielweise zu entwickeln, hat Theater T1 zu einem der spannendsten deutschsprachigen Theater gemacht. Die Aufführung bringt das Zusammentreffen zweier Giganten der deutschen Schauspielszene: Devid Striesow, unverzichtbarer Charakterdarsteller in jedem besseren Fernsehspiel und demnächst Tatort-Kommissar in Saarbrücken, gibt den Säufer und Arzt Astrow. Josef Ostendorf, als Bühnen-Urvieh in der Nachfolge eines Ulrich Wildgruber gefeiert, spielt die Titelrolle. Mit dieser Gastspiel-Produktion haben sie das Publikum von Berlin bis Frankfurt zu Beifallsstürmen hingerissen.

» Als grelles Beispiel souveränen Schauspieltheaters geht dieser Abend vollends auf. Theater heute

» So viel Spiellust, so viel Identifikation mit den Rollen, so viel Präsenz, Aura, Unmittelbarkeit war selten am Frankfurter Sprechtheater. Ungemein präzise wägen die Darsteller das Todtraurige wie Hochkomische der Figuren ab.Frankfurter Allgemeine Zeitung

» Die Bühne (Hannah Landes), leer bis auf ein paar Stühle, verzichtet auf Zeit- und Milieukolorit. Es ist eine offene Spielfläche, die genau die Freiheit ermöglicht, mit der ein schauspielerisches Genie wie Ostendorf seine Figur vorführt, Tonfälle auskostet und keinen Augenblick schwerfälligen Tiefsinn aufkommen lässt. Süddeutsche Zeitung

Mit
Margot Gödrös
Ursina Lardi
Josef Ostendorf
Ursula Renneke
Devid Striesow
Christoph Tomanek
Rik van Uffelen

Regie Thorsten Lensing & Jan Hein
Bühne Hannah Landes
Kostüme Anette Guther
Dramaturgie Jan Hein

Produktion Theater T 1
Koproduktion Sophiensaele, Theater im Pumpenhaus Münster, Theater am Neumarkt Zürich / Zürcher Festspiele, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Kampnagel Hamburg, schauspielfrankfurt

Realisiert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin und des Kulturamts der Stadt Münster. Mit freundlicher Unterstützung der Stadt und des Kantons Zürich und des ewz-Unterwerk Selnau - die Energie.

 Vendredi 19 OCTOBRE 2012 à 20h00 (tickets)
Samedi 20 OCTOBRE 2012 à 20h00 (tickets)

DURÉE environ 3h10 & entracte

Adultes 20 € / Jeunes 8 € 

Lieu: Grand Théâtre / Arrière-scène

[TICKETS]2012-10-19 20:00:00 13432+2012-10-20 20:00:00 13433