Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#33 RUDIMENTÄR

August Stramm

Im Vorprogramm "Die Welt des August Stramm" wird nicht nur der Mensch und Autor von "Rudimentär" im Blickpunkt stehen, sondern ebenso seine Lyrik, das Ganze musikalisch begleitet mit Berliner Gassenhauern aus der wilhelminischen Zeit.
Beginn um 19:15

[DE] Rudimentär ist ein Kleinod der expressionistischen Dramatik. Eine winzige Berliner Mansarde, eine Frau, ein Mann, ein befreundeter Chauffeur (und Schlafgänger der Wohnung), an einem Sonntagmorgen. Doch was August Stramm aus diesen Zutaten macht, sucht seinesgleichen. Er lässt Charaktere, Emotionen, Situationen und Sprache miteinander kollidieren und erzeugt eine Spannung, die den Zuschauer unwiderstehlich in ihren Bann zieht. Die Ménage à trois verwandelt die Dachwohnung in kürzester Zeit in ein "Schlachtfeld".

Liebe, Eifersucht und existenzielle Not bestimmen das Geschehen. Tragik, Absurdität, Gewalt und Komik verzahnen sich in Rudimentär auf das Engste, als hätte August Stramm im Sinn gehabt, ein Shakespearesches Drama auf eine Essenz von 20 Seiten zu konzentrieren...

Es ist ein Autor neu zu entdecken und wieder ins Bewusstsein zu rufen: August Stramm gilt als einer der Wegbereiter der deutschen expressionistischen Literatur. Aufgewachsen in der Wilhelminischen Ära, deren Ambivalenz und rasante Urbanisierung frappierend an die Ballungszentren von heute erinnern, kam August Stramm erst recht spät, dafür aber umso sprachgewaltiger, zur Dichtung. Vorher hatte er sich eine klassisch-bürgerliche Existenz im Postdienst aufgebaut. Seine an der Front verfasste Lyrik zählt zur eindringlichsten überhaupt, die im direkten Angesicht des Krieges verfasst worden ist.

Seinen großen Einfluss auf die expressionistische Dichtung und darüber hinaus (von Kurt Schwitters bis Ernst Jandl) erlebte August Stramm leider nicht mehr. Direkt mit Kriegsbeginn am 1. August 1914 als Hauptmann der Reserve eingezogen, setzte ein Kopfschuss im September 1915 an der Ostfront seinem Leben ein Ende. August Stramm wurde gerade einmal 41 Jahre alt.

Das Stück wurde erstmals 1914 in "DER STURM. Wochenschrift für Kultur und die Künste" veröffentlicht.

Mit
Der Mann Nickel Bösenberg
Die Frau Susan Ihlenfeld
Der Chauffeur Pitt Simon

Inszenierung Jean-Paul Raths
Bühnenbild & Kostüme Gitti Scherer
Musikalische Betreuung Sebastian Huber
Dramaturgie Stefan Kirchknopf
Filmische Betreuung Nikos Welter
KampfchoreografieKlaus Figge
Regieassistenz Rafael Kohn
Dramaturgie Mitarbeit Christin Ihle
Maske Joël Seiller

Koproduktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Theater tri-bühne Stuttgart

 Samedi 3 NOVEMBRE 2012 à 20h00 (tickets)
Lundi 5 NOVEMBRE 2012 à 20h00 (tickets)
Mardi 6 NOVEMBRE 2012 à 20h00 (tickets)

DURÉE environ 1h15

Einführung zum Stück um 19:15 Uhr vor jeder Vorstellung

Adultes 20 € / Jeunes 8 € 

Lieu: Théâtre des Capucins

 [TICKETS]2012-11-03 20:00:00 13434+2012-11-05 20:00:00 13435+2012-11-06 20:00:00 13436