Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#34 BLAUBART - HOFFNUNG DER FRAUEN

Dea Loher

[DE] "Ich möchte mich nicht mehr verlieben, ich möchte nicht mehr heiraten, ich möchte den Mann treffen, der mein Herz in schäumender rücksichtsloser Leidenschaft zerreißt, der mein Innerstes nach außen kehrt, der sich nimmt, ohne zu fragen." (Christiane, in Blaubart)

Das Drama von Dea Loher Blaubart - Hoffnung der Frauen bezieht sich auf das von Charles Perrault 1697 veröffentlichte Märchen La barbe bleue. Der Stoff um den frauenmordenden Blaubart wurde seitdem für zahlreiche Werke adaptiert und verarbeitet. Bei Dea Loher ist Heinrich Blaubart ein mittelmäßiger, unsportlicher Damenschuhverkäufer der zum Serienmörder wird.

"Blaubart tötet, was er liebt: dieses Grundmotiv ist das Thema von Blaubart - Hoffnung der Frauen. Doch in Dea Lohers Drama sind die ermordeten Frauen an ihrem Ende genauso beteiligt wie der Mörder selbst. Denn sie suchen nach einer Liebe "über die Maßen, einer, für die sie sterben würden." So ist es eine Erlösung, wenn sie im Tod bei Blaubart finden was sie suchen. Da kommt Dea Loher der Hölle, in die vollkommene Liebe führt, ziemlich nah. Loher kann solche Seelentätigkeit in Dialoge fassen, die zum Pointiertesten gehören, was für das deutsche Theater heute geschrieben wird." (Aus Frankfurter Rundschau)

Dea Loher gehört zu den erfolgreichsten und meistgespielten Theaterautoren Deutschlands. Ihre Stücke sind in 15 Sprachen übersetzt worden. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen, unter anderem 2006 den Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg, zweimal erhielt sie den Mülheimer Dramatikerpreis. Im Frühjahr 2012 erschien ihr erster Roman, Bugatti taucht auf. In seiner Rede auf Dea Loher, zur Verleihung des Brecht-Preises, hat Uwe Wittstock von der außerordentlichen Qualität ihrer Komik geredet, wie sie "einem Bedürfnis nach Veränderung" entspringt: Ihre "Komik lehnt sich auf gegen den unheilbaren Riss, der durch die Welt geht. In diesem Sinne speist sich auch Dea Lohers Komik aus utopischem Geist, speist sich aus der Wucht, mit dem diese Autorin Widersprüche aufeinanderprallen lässt, bis sie Funken sprühen, Funken aus Ironie und Groteske. Zugegeben, Dea Lohers Witz ist ein zorniger Witz, der nicht versöhnt mit der Welt, der dieser Welt aber einen kurzen Augenblick des Lachens abgewinnt - und uns also eine sekundenlange Erinnerung daran verschafft, wie die Welt sein sollte."

Wie bereits in der Saison 2011/2012 wird auch in dieser Spielzeit die Zusammenarbeit der Théâtres de la Ville mit dem Kasemattentheater fortgeführt. Während in der letzten Saison Das Leben hält bis zuletzt Überraschungen bereit von Guy Helminger im Studio des Grand Théâtre und die Bühnenfassung des Romans U5 von Pol Sax im Kasemattentheater uraufgeführt wurden, stehen in dieser Saison Blaubart von Dea Loher im Kapuzinertheater und Interview von Theo van Gogh im Kasemattentheater als Koproduktionen und Luxemburger Erstaufführungen auf dem Programm.

Mit
Catherine Janke
Nora Koenig
Germain Wagner

Regie Carole Lorang
Dramaturgie Mani Muller
Bühne & Kostüme Peggy Wurth
Licht Nicolas Tremblay

Produktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Kasemattentheater

 Mardi 13 NOVEMBRE 2012 à 20h00 (tickets)
Lundi 19 NOVEMBRE 2012 à 20h00 (tickets)
Mercredi 21 NOVEMBRE 2012 à 20h00 (tickets)

DURÉE environ 1h20

Adultes 20 € / Jeunes 8 € 

Lieu: Théâtre des Capucins

[TICKETS]2012-11-13 20:00:00 13437+2012-11-19 20:00:00 13438+2012-11-21 20:00:00 13439