#33 HEINRICH IV.

Luigi Pirandello
In Deutsch

[DE] Ein Mann, gekleidet wie Heinrich IV., stürzt bei einem Maskenumzug vom Pferd und hält sich von da an für den Kaiser, der den Weg nach Canossa ging. 20 Jahre lebt er in diesem Wahn, den die Menschen, die ihn umgeben, aufgreifen und weiterspielen. Dabei ist der „Verrückte“ schon lange wieder aufgewacht, spielt seine Rolle aber weiter nach dem Motto: Der Wahnsinn, das sind die anderen. Am Ende hat er sich so heillos verheddert, dass er aus der Nummer nicht mehr herauskommt.

Neben Sechs Personen suchen einen Autor gilt Heinrich IV. als das Meisterwerk des 1867 auf Sizilien geborenen Literaturnobelpreisträgers Luigi Pirandello, der das Verhältnis von Theater und Wirklichkeit neu erfand. Auch diese Komödie über Wahn und Wirklichkeit wurzelt durchaus in der Realität: 20 Jahre lebte Pirandello mit einer schweren psychischen Erkrankung seiner Frau und richtete seine ganze Existenz danach, ihrer paranoiden Eifersucht keine Nahrung zu geben. Während er seinen Ehe-Alltag akribisch in einem Tagebuch notierte, garte es im Italien der 1920er Jahre so stark und wild wie sonst in keinem Land. Ganz neue Möglichkeiten der Zukunft standen bereits im Raum – aber die Gesellschaft stagnierte, wie festgehalten in einem Zustand zwischen Erstarrung und Traum. Bis Mussolini auf die Bühne trat, mit seinen großen, machtvollen Theatergesten und den altrömischen Fasces.

Hier setzen die Inszenierung von Frank Hoffmann und der Raum von Ben Willikens an. Und für den Wahnsinn der Titelrolle bedarf es eines außergewöhnlichen Schauspielers. Rudolf Kowalski ist Heinrich IV. – eines der bekanntesten deutschen Fernseh-Gesichter, von den frühen Loriot-Sketchen bis zum charismatischen Kommissar Stolberg. Nur wenige wissen, dass er vom Theater kommt, in Köln, Stuttgart, Mannheim spielte und inszenierte.

» Rudolf Kowalski liefert eine prächtig komödiantische Vorstellung als Mussolini-Double, in Großmanns-Gestik, Mimik, Sprache. Als charismatische Zentralfigur beherrscht er die Bühne, meistert auch die Volte, die Pirandello ihm zudachte: Der Mann ist durchaus bei Trost. Münsterlandzeitung.de / Ruhr Nachrichten Dortmunder Zeitung (Kai-Uwe Brinkmann)

» [...] der als ZDF-Kommissar „Stolberg“ bekannte Rudolf Kowalski brilliert durch eine glänzende Vorstellung, in der er in die Rolle Mussolinis schlüpfen und dessen operettenhaftes Schmierentheater mimen darf als sei Silvio Berlusconi leibhaftig ins Kostüm geschlüpft. Das ist ein wahrer Augenschmaus, weil Kowalski die körperliche Präsenz eines Dustin Hoffmann auf die Bühne bringt und mit lauter Assoziationen an Charles Chaplin in der Rolle als „Großer Diktator“ spickt. Das ist meisterlich und zudem höchst unterhaltsam. Kowalski bringt auch die Tiefe und Widersprüchlichkeit der tragischen Figur zum Ausdruck, die sich am Ende notgedrungen zur Fortsetzung des Possenspiels entscheidet, weil die Wirklichkeit für ihn alles andere als erfreulich wäre. Westfalium.de

» Er [Heinrich] spielt verrückt vor Verrückten, all den Herdenmenschen, die wiederkäuen und nachplappern, nicht merkend, dass sie in Zwangsjacken aus Konvention und vorgefertigter Meinung stecken, ihr Leben eine Maskerade. Eine Posse mit Hintersinn und Tiefgang. Schöne Kostüme (Jasna Bosnjak) und ein tolles Bühnenbild von Ben Willikens mit Anklang an die Architektur des Faschismus. Sehenswert. Münsterlandzeitung.de / Ruhr Nachrichten Dortmunder Zeitung (Kai-Uwe Brinkmann)

[DIS]

Es spielen
Rudolf Kowalski,
Marc Baum,
Nickel Bösenberg,
Sinja Dieks,
Ulrich Kuhlmann,
Anne Moll,
Josiane Peiffer,
Roger Seimetz,
Annette Schlechter,
Maik Solbach

Regie Frank Hoffmann
Bühne Ben Willikens
Kostüme Jasna Bosnjak
Musik René Nuss
Dramaturgie Andreas Wagner

Koproduktion Ruhrfestspiele Recklinghausen, Théâtre National du Luxembourg, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

Premiere der Inszenierung im Mai 2014 bei den Ruhrfestspielen

 

Mardi 7 OCTOBRE 2014 à 20h00 (tickets)
Mercredi 8 OCTOBRE 2014 à 20h00 (tickets)

DURÉE 1h40 (pas d'entracte)

Adultes 25 €, 20 €, 15 € / Jeunes 8 €

Lieu: Grand Théâtre / Grande Salle réduite

Einführung zum Stück von Frau Simone Beck eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

[TICKETS]2014-10-07 20:00:00 17713+2014-10-08 20:00:00 17714