#31 SASHA WALTZ

KÖRPER
Mit 13 Tänzern

[DE] Seit im Jahr 2005 am Grand Théâtre Sasha Waltz’ Bearbeitung der Oper Dido & Aeneas uraufgeführt wurde, ist kaum eine Spielzeit vergangen, in dem die Ausnahmekünstlerin und ihre Compagnie nicht zu Gast waren.

In dieser Saison schickt Waltz, die seit der Gründung ihrer Compagnie „Sasha Waltz & Guests“ im Jahr 1993 mehr als 20 Produktionen kreiert hat, eine weltweit gefeierte Arbeit erneut auf Reisen: Mit der Uraufführung von Körper eröffnete die Choreographin und Tänzerin im Jahr 2000 die Spielzeit der Schaubühne am Lehniner Platz unter neuer Künstlerischer Leitung – zu der sie selbst gehörte. Damit war die Schaubühne das erste Ensemble- und Repertoiretheater in Deutschland, das den zeitgenössischen Tanz als gleichberechtigten Partner des Schauspiels etablierte. Nach der Premiere schrieb der Spiegel damals: „Es gab großes Lob und berechtigte Kritik. Die alte Generation habe mit Wehmut Abschied genommen, sagte ein Repräsentant des geschassten Schaubühnenensembles, aber dies – was für ein furioser Anfang! Eine große Geste, man hörte Steine von Herzen poltern.“

Mit ihren dreizehn Tänzerinnen und Tänzern visualisiert Sasha Waltz in Körper die Hülle und das Innere des menschlichen Körpers, seine Schönheit und Hässlichkeit, seine Sterblichkeit und den Traum vom perfekten Körper. Was ist der Körper? Wie setzt er sich zusammen? Der menschliche Organismus wird sowohl als einheitliches System abgebildet, als auch in seine Fragmente zerlegt. Die untersuchte Anatomie findet eine Übertragung in die Geometrie des Raumes.

Zugleich ist dieses meistgespielte Stück des Repertoires ihrer Compagnie der erste Part eines dreiteiligen choreographischen Zyklus über den menschlichen Körper. S, ebenfalls an der Schaubühne im Jahr 2000 uraufgeführt, bildet den Mittelteil der Trilogie. Das Stück wirkt als Bindeglied zwischen der Auseinandersetzung mit der Physis des Menschen in Körper einerseits und der Metaphysik menschlichen Seins in noBody (2002) andererseits.

» Der Körper als Genlabor und bloße Hülle, als Ort einer Entfremdung des Menschen von sich selbst. Waltz wählt einen betont kalten Blick auf all das. Sie stellt nur dar, ohne Emotion, ohne mitgelieferte Moral. Tanznet.de

» Ihr Stück Körper (2000), in dem sich die Tänzer hinter einer Glasvitrine winden, war ein Meilenstein im zeitgenössischen Tanz. Waltz geht den Tanz als bildende Künstlerin an: Sie formt sowohl den Körper als auch den Raum, wobei sie dem Ort – ob Theaterbühne oder nicht – besondere Aufmerksamkeit zukommen lässt. szenik.eu

[FR] Si souvent à l’affiche au Grand Théâtre, pour ses chorégraphies comme pour ses mises en scène d’opéra, Sasha Waltz est une figure capitale de la danse allemande héritière de Pina Bausch. Sa marque: investir les lieux de l’Histoire, disséquer les événements, dévoiler rageusement ou aux confins du burlesque les travers du réel.

Körper, chorégraphie majeure pour treize danseurs, pièce charnière dans son œuvre, se tient à la lisière de l’abstraction: point de récit ni de personnages, mais une chair d’empoigne, métaphore vivante des turbulences du monde.

Corps anatomique, corps des manipulations en tout genre, scientifiques, chirurgicales, mercantiles, et corps des aberrations génocidaires. Un univers à la frange du surréalisme et de l’absurde, de l’épique et de l’intime, du grave et du cocasse.

Une prolifération d’images fortes et totalement lucides déborde du corps clinique. Un corps qui se prête à toutes les métamorphoses, récepteur et emblème de tous les ravissements et de tous les affronts, sujet et objet de tous les usages, dépositaire et créateur d’imaginaires.

Et l’espace cru, décapé jusqu’à l’os, n’offre aucun refuge à l’humain entièrement exposé.

[EN] From the moment the audience enters, Sasha Waltz’s masterpiece immediately makes its point: we are but bodies in space. Körper is a solemn and minimal piece, inspired by the Jewish Museum in Berlin. It is a solipsistic dance, looking at its own means of production: body literalised; body as matter. Waltz piles up dancers into a glass box: they wriggle and squirm like Klimt’s fish. They are held by a fistful of skin, or stacked like bricks in a wall. Unquestionably brilliant, Körper has Waltz’s heart written all over it and is unlike anything seen before; mature without being cumbersome, playful without frill, conceptually mind-blowing and intellectually demanding.

[DIS]

Regie & Choreographie Sasha Waltz
Musik Hans Peter Kuhn
Bühne Thomas Schenk, Heike Schuppelius, Sasha Waltz
Kostüme Bernd Skodzig
Licht Valentin Gallé, Martin Hauk

Tanz & Choreographie Davide Camplani, Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, Luc Dunberry, Annette Klar, Nicola Mascia, Grayson Millwood, Michal Mualem, Virgis Puodziunas, Claudia de Serpa Soares, Xuan Shi, Yael Schnell, Takako Suzuki, Laurie Young

Repetition Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola

Eine Produktion der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin
präsentiert von Sasha Waltz & Guests
Eine Koproduktion mit dem Théâtre de la Ville – Paris

Sasha Waltz & Guests wird gefördert aus Mitteln der Kulturverwaltung des Landes Berlin und dem Hauptstadtkulturfonds.

Mercredi 29 JUIN 2016 à 20h00 (tickets)
 Jeudi 30 JUIN 2016 à 20h00 (tickets)

DURÉE 1h30 (pas d'entracte)

Adultes 25 €, 20 €, 15 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu

Lieu: Grand Théâtre / Grande Salle réduite

[TICKETS]2016-06-29 20:00:00 19837+2016-06-30 20:00:00 19838