Théâtre des Capucins

Besuch bei dem Vater

Szenen und Skizzen
Roland Schimmelpfennig

Dienstag 31. März 2009 um 20 Uhr
Donnerstag 2. April 2009 um 20 Uhr
Freitag 3. April 2009 um 20 Uhr
Mittwoch 22. April 2009 um 20 Uhr
Donnerstag 23. April 2009 um 20 Uhr
Dienstag 28. April 2009 um 20 Uhr
Erwachsene 20 €, Studenten 8 €

Franz-Josef Heumannskämper arbeitet regelmäßig am Kapuzinertheater und ist somit einer der Regisseure der die Ästhetik der Hausproduktionen mitbestimmt. So hat er in den letzten Jahren Push-Up 1-3 (2003) und Die Frau von früher (2006) von Schimmelpfennig inszeniert, aber auch Singapur von Jean-Paul Maes letzte Spielzeit, Stiller von Max Frisch vorletzte Saison und Die sexuellen Neurosen unserer Eltern von Lukas Bärfuss im Jahre 2005.

DE
Ganz still und ruhig nimmt diese Familienzusammenführung ihren Lauf. Kleine Irritationen werden von einer scheinbaren Alltäglichkeit ebenso verdeckt wie das Grün des Gartens vom Schnee. Und so treiben der Tag und die Nacht trügerisch träge vor sich hin, während die von Gelüsten Getriebenen sich immer mehr verstricken. Roland Schimmelpfennig erzählt von diesen Menschen, komisch und tragisch zugleich. Besuch bei dem Vater ist der erste Teil der Trilogie der Tiere, die um Peter, den jungen Mann und Verführer, kreist.

» Ein Landhaus im tiefen Winter. Eine junge Frau meint, in dem Logo ihres Mobiltelephons den Wachturm eines Konzentrationslagers zu erkennen. Ein junger Mann steht vor der Haustür und möchte seinen Vater Heinrich aufsuchen - den er in seinem Leben noch nie gesehen hat. Heinrich, ein alternder Intellektueller, der seit Jahren Paradise lost neu übersetzt, verliebt sich in seine junge Nichte, Sonja, mit der er soeben eine Ente geschossen hat - aber niemand weiß, wie man mit dem Tier umgehen muss. Muss man es erst ausnehmen oder erst rupfen? Edith, Heinrichs Frau, verliebt sich in den gerade angekommenen Sohn ihres Ehemanns, aber der schläft noch am Tag seiner Ankunft mit Sonja - und mit Marietta, die ebenfalls zu Besuch gekommen ist. Isabel, die junge Frau mit dem Telephon, hat ein Engagement am Theater bekommen, aber sie bekommt dort nichts zu spielen. Die Professorin, eine alte Weggefährtin Heinrichs noch aus Studientagen, bringt ihm ein altes Photo mit, auf dem er sich für jemand anderen hält. Und Nadja, ihre Tochter, Studentin, verwüstet die russische Privatbibliothek, die dem Hausherren nichts bedeutet. Am Ende: Gewalt. Nachts im Schlafzimmer, Vater und Sohn, die drohen, sich gegenseitig zu erschießen. Roland Schimmelpfennig

Regie und Ausstattung Franz-Josef Heumannskämper Kostüme Thomas Venable Ensemble u.a. Germain Wagner, Josiane Peiffer, Sascha Ley, Claire Thill, Elena Meißner, Barbara Michel, Philip Leenders Aufführungsrechte S. Fischer Verlag Produktion Théâtre des Capucins