Théâtre des Capucins - Salle de spectacle

Der Kirschgarten

Komomödie in vier Akten von Anton Tschechow

Aus dem Russischen von Andrea Clemen

[de] Erster Akt: der Kirschgarten muss vielleicht verkauft werden.
Zweiter Akt: der Kirschgarten wird verkauft werden.
Dritter Akt: der Kirschgarten wird verkauft.
Vierter Akt: der Kirschgarten ist verkauft worden - Der Rest: das Leben.

Tschechows letztes Bühnenwerk, das Humor und Tragik auf einzigartige Weise verbindet, gehört zu seinen ausgereiftesten und psychologisch vielschichtigsten Dramen. Wie in seinen anderen Meisterwerken sollte im Kirschgarten weniger die Melancholie einer überlebten Gesellschaftsschicht als die Unvereinbarkeit der Kräfte der alten und der neuen Zeit aufgezeigt werden.

Die Familie der Ranjewskaja, die den schönsten Kirschgarten des Gouvernements besitzt, ist vollkommen bankrott. Zurückgekehrt aus Paris, muss sich die leichtlebige Gutsherrin der Zwangsversteigerung des Gartens stellen. Zwar macht der Kaufmann Lopachin den Vorschlag, den unprofitablen Garten abzuholen und das Gelände zur Errichtung von Sommerhäusern zu parzellieren - womit der Ruin abgewendet werden könnte -, doch wollen sich weder die sentimentale Ranjewskaja noch ihr lebensuntüchtiger Bruder Gajew vom Kirschgarten trennen.
Während es die Familie vorzieht, im Haus ein rauschendes Fest zu feiern, ersteigert der Kaufmann Lopachin, ein Vertreter der kommenden Gesellschaftsschicht, den Garten. Die Ranjewkaja beschließt, nach Paris in die Arme eines schäbigen Liebhabers zurückzukehren. Ihre Pflegetochter Warja, die gern Lopachin geheiratet hätte, wird als Wirtschaftlerin in der Nachbarschaft arbeiten. Die Tochter Anja und der Student Trofimow brechen nach Moskau auf, um für den "Fortschritt der Menschheit" zu wirken. Nur der alte Diener Firs, den man versehentlich im Haus eingeschlossen hat, bleibt zurück. Mit dumpfen Axtschlägen beginnen Lopachins Arbeiter, den Garten abzuholzen.

» In Tschechows Werk hat jede einzelne Figur ihre eigenständige Existenz, keine ähnelt der anderen. Das gilt besonders für den Kirschgarten, der einen Mikrokosmos der politischen Strömungen der Zeit darstellt. Da gibt es jene, die an die sozialen Veränderungen glauben, und andere, die einer schwindenden Ära nachhängen. Keiner von ihnen kann Zufriedenheit oder Erfüllung finden, und von außen gesehen, mag ihr Leben durchaus leer und sinnlos erscheinen. Aber sie sind all von einer glühenden Sehnsucht erfüllt. Peter Brook

Donnerstag, 14. Januar 2010 um 20:00 Uhr
Montag, 18. Januar 2010 um 20:00 Uhr
Mittwoch, 20. Januar 2010 um 20:00 Uhr
Donnerstag 21. Januar 2010 um 18:30 Uhr
Freitag, 22. Januar 2010 um 20:00 Uhr
Dienstag, 26. Januar 2010 um 20:00 Uhr
Mittwoch, 27. Januar 2010 um 20:00 Uhr
Erwachsene 20 € / Studenten 8 €

Regie Claude Mangen - Bühne Jeanny Kratochwil - Kostüme Peggy Wurth - Dramaturgie Olivier Ortolani - Aufführungsrechte S. Fischer Verlag GmbH

Es spielen Nickel Bösenberg, Pol Greisch, Steve Karier, Nora Koenig, Vicky Krieps, Christiane Lemm, Jean-Paul Maes, Myriam Muller, Alexander Ourth, Christine Reinhold, Jules Werner

Produktion Théâtre des Capucins