Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#40 DAS DING AUS DEM MEER

REBEKKA KRICHELDORF
In Deutsch

Nach der Premiere findet ein Nachgespräch mit der Autorin Rebekka Kricheldorf und dem künstlerischen Team moderiert von Jean-Claude Majerus vom Radio 100,7 statt.

[DE] Bereits in der letzten Saison zeigte das Grand Théâtre ein Stück von Rebekka Kricheldorf: In einer Inszenierung vom Deutschen Theater Berlin war die Gesellschaftssatire Alltag & Ekstase der jungen Dramatikerin zu sehen. Das Ding aus dem Meer ist nun eine fast durch und durch Luxemburger Produktion: Die junge Regisseurin Laura Schroeder, die bislang vornehmlich im Filmbereich aktiv war, inszeniert. Auf der Bühne des Kapuzinertheaters stehen unter anderem die Stars des Großherzogtums Désirée Nosbusch und Luc Feit. Dazu kommen die jungen Schauspieler Anouk Wagener und Timo Wagner. Aus Deutschland stößt Sabine Vitua zum Team, bekannt vor allem aus zahlreichen Fernsehfilmen und -serien, von Pastewka über Rote Rosen bis zu Ein Fall für Zwei und Tatort.

Sie alle versammeln sich auf einem Partyschiff. Der Morgen dämmert über dem Berliner Landwehrkanal. Die letzten betrunkenen Gäste sind noch da: die Gastgeberin, ihr halbwüchsiger Sohn, ihr Liebhaber und ihre beste Freundin, außerdem eine junge Frau des Servicepersonals.

Das ist die Ausgangslage von Kricheldorfs Ding aus dem Meer. Was anfängt wie eine realistische, eher oberflächliche Komödie – mit Figuren, die versuchen, sich selbst und den anderen vorzumachen, sie wüssten, was sie wollen, seien glücklich und hätten den Sinn des Lebens für sich erkannt – entwickelt sich nach und nach zu einer düsteren, nihilistischen Reflexion über die Existenz und die Leere des Lebens überhaupt. Auslöser der Katastrophe ist das Ding, das auftaucht, nachdem das Schiff aufs Meer abgetrieben ist. Ein Seeungeheuer, ein Monster, „groß wie ein kleines Haus“, je nach Ansicht Retter oder Feind, den es zu loben oder zu bekämpfen gilt. Und in dieser existenziellen Extremsituation lassen die Figuren nach und nach ihre Masken fallen...

Rebekka Kricheldorf spart auch in diesem Stück nicht an schwarzem, zynischem Humor: Bei aller Düsternis und Gewalttätigkeit gibt es auch komische Momente. Wobei den Zuschauern manches Lachen wohl im Halse steckenbleiben wird.

„Wie ist das Leben zu ertragen?“ Das sei für sie die eigentliche Frage, die das Stück stelle, sagt Laura Schroeder: „In unserer Gesellschaft, die sich alles aneignen kann – scheinbaren Erfolg, scheinbares Glück, scheinbare Liebe – bleibt doch die Sehnsucht, diese unglaublich große und unzähmbare Sehnsucht nach etwas Größerem, etwas, das dem Leben Sinn gibt. Und wenn es dieses Etwas nicht gibt, dann muss der Mensch es selbst schaffen.“ In dem Stück gibt es viele religiöse, meist christliche, Referenzen. Inklusive der brandaktuellen Frage, wie weit man heute geht für seine Religion …

» Das Ding aus dem Meer regt den Zuschauer ohne Zweifel zum Nachdenken an: Über die Gesellschaft, in der wir leben und „überleben“ müssen. Journal

» Aufeinanderprallende Gesellschaftsentwürfe und starke Persönlichkeiten bekamen die Zuschauer (im Stück) von Rebekka Kricheldorfs Das Ding aus dem Meer geboten. Unter der Regie von Laura Schroeder wurde das Kapuzinertheater zum Schauplatz einer apokalyptischen Farce (…). (…) Feit besetzt seine Rolle mit einer sarkastischen Bösartigkeit, die er äußerst unbefangen und lässig zu spielen vermag. (…) Obwohl nur wenige Partygäste das „Ding aus dem Meer“ überleben, bleibt das Stuck zwar eine bitterböses, aber dennoch irgendwie lustiges Bühnenspiel. Luxemburger Wort

» Es gibt Filme, die ziehen einen in den Bann. Andere machen fröhlich – oder berühren einen mit einer traurigen Geschichte. Diesem Film gelingt alles zugleich. Dein Spiegel zu Schatzritter (2012, 93 mins, DCP)

» … Senteurs est une réalisation maîtrisée et homogène qui reste fidèle à son propre style de narration. (…) Ce court-métrage nous met au parfum d’une réalisatrice talentueuse qui sait porter la psychologie de ses personnages à l’écran. D’Lëtzebuerger Land à propos de Senteurs (2008, 15 mins, 35 mm)

[DIS]

Mit 
Désirée Nosbusch
Sabine Vitua
Luc Feit
Anouk Wagener
Timo Wagner

Regie Laura Schroeder
Bühne & Kostüme Peggy Wurth
Licht Max Kohl
Ton Emre Sevindik
Dramaturgie Frank Feitler
Regieassistenz Daliah Kentges

Werkstatt der Theater der Stadt Luxemburg Marc Bechen, Guy Greis, Marc Miltgen, Michel Mombach, Guy Wolff

Produktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
Koproduktion Kasemattentheater

Verlag Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb GmbH Berlin

Premiere im Kapuzinertheater am 8. Januar 2016

Vendredi 8 JANVIER 2016 à 20h00 (tickets)
Mardi 12 JANVIER 2016 à 20h00 (tickets)
Mercredi 13 JANVIER 2016 à 20h00 (tickets)

DURÉE environ 1h15 (pas d'entracte)

Adultes 20 €, 15 €, 8 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu

Lieu: Théâtre des Capucins

Einführung zum Stück von Frau Simone Beck eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

 

[TICKETS]2016-01-08 20:00:00 19762+2016-01-12 20:00:00 19763+2016-01-13 20:00:00 19764